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Montag, 7. Oktober 2013

Goldener Oktober

Wochenenddienst geschafft. Ohne irgendwelche richtigen Notfälle oder Anfragen, von denen ich keine Ahnung habe. Außer dem vielen Spülen war es gar nicht so anstrengend. Jetzt freue ich mich auf Heidelberg und natürlich riesig auf meine Anna! Gerade fahre ich wieder im Zug nach Heidelberg zurück. Das ist immer wieder eine Reise. Zwar zeigt sich das Neckartal im Herbstnebel von einer geheimnisvollen aber doch irgendwie schönen Seite, doch irgendwann verliert auch die schönste Strecke ihren Reiz.
Mitte dieser Woche soll der zweite Bauabschnitt der Streckenerneuerung abgeschlossen werden. Der dritte und letzte Bauabschnitt ist nur noch mit zwei Wochen geplant. Dann hat der Schienenersatzverkehr endlich ein Ende. Und die pünktliche Fertigstellung von Bauabschnitt eins stimmt mich zuversichtlich. So langsam ist das Pendeln doch echt stressig. Aus der S-Bahn raus, auf den Bus warten, aus dem Bus steigen, zur nächsten S-Bahn rennen und dann endlich ankommen. Da ist es schon um einiges stressfreier, sich einfach in die Bahn setzten und am Zielort wieder aussteigen. Zumal ich dann auch weniger Zeit auf der Straße und dann mehr auf den Schienen verbringen werde!

Jetzt werde ich aber zunächst mit der Anna unser verspätetes Wochenende genießen! Wir haben auch schon Pläne. Wir werden unseren kleinen Weinberg in unserem Gemeinschaftsgarten ernten und ein Federweißer-Experiment starten. Bin schon mal gespannt wie das läuft. Mein Opa und mein Patenonkel werden uns per Telefon beratend zur Seite stehen … Falls das Ergebnis trinkbar wird, seid ihr alle herzlich zu einem Glas (oder auch zwei) eingeladen. :) Die Fortschritte könnt ihr dann auch hier verfolgen. 

Freitag, 21. Oktober 2011

Bella Italia oder das verrückte Mailänder Labyrinth

Genau, wir waren ein verlängertes Wochenende in Genua. Oder zumindest in der Nähe. Genauer gesagt in Ceriale. Das liegt an der Küste genau zwischen Genua und Frankreich. Am Freitag fuhren wir ziemlich früh am Morgen schon los, da wir noch etwas vom Tag haben wollten. Den verbrachten wir dann größtenteils in Mailand. Wir fuhren einfach mal in die Stadt, parkten irgendwo in einem, wohl privaten Parkhaus, als wir dachten langsam in Zentrumsnähe zu sein. Dann versuchten wir uns mit Hilfe einer ausgedruckten GoogleMaps Stadtkarte zu orientieren und waren dann nach ca. 20 min. in Downtown Mailand. Dort schauten wir dann erst das Castello Sforzesco an und dann natürlich noch den Mailänder Dom. Ist schon ein imposantes Bauwerk.

Nach ner leckeren Pizza und ein wenig bummeln fuhren wir dann zum Campingplatz, auf dem wir ein kleines Bungalow gemietet hatten. Da dort fast nichts los war, haben wir zum gleichen Preis ein Mobilehome bekommen. Da hatten wir ein wenig mehr Platz und genossen die Sonne und die freie Zeit zusammen. Samstag war dann Pool und Meer angesagt. Wassertemperatur war ok, aber der Wind war doch ziemlich kalt. Am Sonntag feierten wir unseren ersten Hochzeitstag! War zwar der Standesamttag und wir hatten letztes Jahr abgemacht immer den Tag der kirchlichen Trauung zu feiern, aber da wussten wir noch net, dass wir an diesem Tag leider nicht zusammen feiern können. Darum haben wir das Feiern einfach vorgezogen. Tagsüber haben wir noch eine krasse Tropfsteinhöhle angeschaut und Abends sind wir dann lecker Essen gegangen und haben den Abend bei einem Gläschen Hochzeitswein am Strand ausklingen lassen.


                           Nach dem Baden...                                                                                ...ein groooooßes leckeres Eis!

Für Montag war unser Plan über Genua zu fahren. Genua war für uns schon eine typische südländische Stadt. Viele enge Gassen, aber mit wundervollen Bauwerken dazwischen. Einige der Palazzi sind sehr sehenswert und mit ihrer verschwenderischen Größe ein Kontrapunkt zu den engen Gassen. Gegen Abend machten wir uns dann auf den Heimweg. Den hatten wir nur nicht so gut vorbereitet. Wir dachten auf den Autobahnschildern steht schon alles drauf, wo wir hin wollen. Aber irgendwie war das nicht so und auf einmal standen wir direkt auf der Spur "Milano centro"! Tja, umdrehen war in der Rushhour auf der mehrspurigen Straße auch nicht einfach drin... Also dachten wir uns, wir fahren einfach mal quer durch Mailand. Irgendwann kommen bestimmt wieder Schilder mit der richtigen Autobahn, die Nummer hatten wir inzwischen per Handy rausgefunden. Da es aber mittlerweile dunkel war und die Beschilderung in Mailand jetzt nicht mit grellen Reklameschildern vergleichbar ist, irrten wir eine ganze Stunde durch die Stadt. Auch durch Kopfsteinplasterstraßen und zwischen lauter Rollern hindurch, die scheinbar überall fuhren. Dann hatte ich doch endlich eine viel versprechende Straße gefunden, die sich aber nach ca. 1 km als Taxi- und Busspur erwies. Zumindest die Richtung die wir befuhren. Also hab ich im "Italian style" mitten im Verkehr über die durchgezogene Linie gewendet. Als wir dann doch langsam am verzweifeln waren entdeckten wir Gott sei Dank(!) ein Autobahnschildchen. Und es war sogar die richtige Nummer dahinter! Von dann an war die Beschilderung relativ gut, im Vergleich zu davor, und so entkamen wir schließlich dem Mailänder Labyrinth und erreichten spät am Abend sicher wieder Luzern.
Die restlichen Tage mit meiner Anna waren wieder eher von der Uni geprägt, aber am Mittwoch konnten wir unseren letzten Abend noch mit einem Besuch im Luzerner Theater ausklingen lassen. Dort haben wir Dank der "Last Minute-Aktion" für 15 Franken "West Side Story" anschauen können. War echt ziemlich cool und das erste Musical, dass ich so live gesehen habe. Dann musste die Anna leider wieder nach Heidelberg zurück und die bisher aufregendsten und schönsten zwei Wochen hier waren zu Ende.

Dienstag, 28. Juni 2011

Qualität statt Quantität -

diesen Grundsatz beherzigt mein Opa im Weinberg schon lange. So hat er nun selten hohe Erträge im Herbst, dafür aber hochwertige Ernten. Auch wenn der Jahrgang mal nicht so gut war, mein Opa hatte durch viel Arbeit, Zeit und Liebe zu seinem Wengert doch wieder das maximale an Qualität heraus geholt. Vielleicht ist dieser Grundsatz hier im kleinen Nebenerwerb leicht zu beherzigen. Anders aber in der großen Wirtschaft. Hier muss die Maxime Qualität und Quantität sein. So ist unser frischer Bäcker des Vertrauens als einziger Heidelberger Bäcker einer mit einem zertifizierten Qualitätsmanagement nach DIN Wasweißich. Ist ja auch klar, der kann nicht sagen, heute mach ich mal nur 10 Brötchen, dafür aber so leckere und gute, das ich eines für 100 € verkaufen kann. Tja, damit wird man nicht weit kommen...
Ein weiteres Beispiel, wo Qualität und Quantität gefragt ist, ist der Journalismus. Durch das Internet ist die Quantität des geforderten Outputs stark gestiegen. Jede Zeitung, jeder Sender braucht zusätzlich zum Kerngeschäft eine Homepage, die aktuell und kostenlos sein sollte. Doch muss das Ganze ja mit Inhalt gefüllt werden... Am besten mit Hochwertigen. Aber dennoch günstig, denn wer kann sich das schon leisten, noch mehr Leute zu Bezahlen? Also lassen wir das die ganzen Praktikanten und Volontäre machen. Da können die sich austoben und üben. Das ist wirklich gut! Aber, wenn dadurch die Qualität leidet, bringt das ganze niemanden etwas. Ich freue mich ja über das kostenlose Angebot, vor allem die vielfältigen Neuigkeiten aus der Welt des Sports. Doch häufig werden die meisten Texte wohl nicht mehr redigiert, oder nur spärlich und schnell. Ob da  noch das "Vier-Augen-Prinzip" gilt?
Umso schöner war es für mich, als ich vor kurzem für zwei Wochen die Süddeutsche Zeitung lesen konnte. Ich genoss die wirklich gut geschrieben Artikel. Doch am Ende des Probe-Abonnements fragte ich mich, wer heutzutage überhaupt noch die Zeit hat, die qualitative Quantität voll zu lesen und damit wertzuschätzen. Denn im Zeitungsgeschäft ist es nicht so wie beim Weingenuss. Dort gilt: Je höher die Quantität des getrunkenen Weines ist, desto unwichtiger wird die Qualität! (Zumindest am gleichen Abend!)