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Sonntag, 1. Januar 2012

Feedback... und gesegnetes 2012!

So, nun ist alles geschafft! Mein Auslandssemester in der Schweiz, die Weihnachtsfeierei und Silvester! Ich bin wieder wohlbehalten im schönen Heidelberg und kann diesen Post verfassen, während ich auf meinem tollen neuen Schreibtischstuhl sitze! :) Aber der Reihe nach. Wie versprochen ein kurzes Feedback zu meinem Aufenthalt in Luzern. Das Feedback wird, wie vielleicht erwartet, nicht eindeutig ausfallen. Positiv sind eindeutig die Stadt, der See, die Aussicht auf die Berge, die WG und teils die Uni zu bewerten. Bilder, die das belegen habe ich ja schon gepostet, wer mehr sehen will kann gerne vorbeikommen, der bekommt dann einen privaten "Diavortrag" :) An der Uni war gut, dass einfach alles unter einem Dach war, und ich so einfach Einblicke in die Soziologie, Kulturwissenschaft und die Religionswissenschaften bekommen konnte, indem ich einfach Seminare und Vorlesungen besuchen konnte ohne durch die ganze Stadt zu fahren. Nicht so gut an der Uni war, dass das Niveau ab und an nicht ganz an das von Heidelberg heran reichte. Doch das Heidelberger Niveau ist auch einfach schon eine hohe Messlatte. Wenn ich schon beim Negativen bin, muss hier noch einmal erwähnt werden, dass ich in der Zeit meine Anna schon sehr vermisst habe und das halt sehr blöd war. Darum muss ich hier doch große Abstriche am Gefallen des Auslandssemester machen. Aber jetzt haben wir es geschafft!
Womit ich schon mitten in meinem nächsten Thema bin. Anna hat mich in Luzern abgeholt und dann sind wir zu ihrer Familie in den Schwarzwald gefahren und ich hatte weiße Weihnachten!! Yeah! :)

Nach einem schönen Zwischenstopp im schönen Wiesenbronn bei meiner Familie sind wir dann mit einem sehr voll geladenem Auto wieder in Heidelberg angekommen. Ich mag unsere Wohnung und freue mich sehr wieder dort zu sein!
Und um das Ganze hier abzuschließen: Ein gutes neues Jahr und viel Segen für alle eure Pläne! Ich freue mich, dass ein neues Jahr beginnt, in dem ich wieder in Heidelberg sein kann! Vielleicht bringt dieses Jahr auch den Abschluss meines Studiums. Wer weiß. Geplant ist es zumindest irgendwie. Aber 2012 bringt schon mal viele Hochzeiten! Auch von Leuten die ich sehr mag! Das ist toll, ich freue mich jetzt schon mit euch zu feiern! :)

Montag, 19. Dezember 2011

Time... Rolling along with the waves

Eigentlich nehme ich ja nur Songtexte als Überschrift, damit die Leute durch Google meinen Blog auch ab und an finden. (wie Isn't it Ironic, der Eintrag, der bis heute die meisten meiner überschaubaren Klicks bekommen hat, was aber auch mit seiner nun doch schon längeren Online-Zeit zusammenhängen könnte.) Aber heute hat die erste Zeile des "Navy Songs" von Billy Talent auch tatsächlich etwas mit dem Thema meines Textes zu tun. Aber auch nur die erste Zeile! Gestoßen bin ich auf das Lied, als ich mal wieder einfach meinen Mp3-Player liefen ließ und dieser das Album Billy Talent II abspielte.
Zeit, mit den Wellen davon getragen und dann in den Weiten des Ozeans verschwunden. Neue Wellen kommen und bringen neue Zeiten. So ist die Zeit, in der ich noch zu Billy Talent meine Frust heraus ließ schon länger fortgetragen. (Wer sich genauer zu Musik, Männerthemen & Feierabendbier im Polo oder Golf informieren will sollte mir oder dem Maddin einfach mal ne liebe Mail schreiben.) Und Billy Talent ist nun nicht mehr die Band, die bei mir rauf und runter läuft.
Lange Rede, kurzer Sinn: Meine Zeit in Luzern ist schon wieder so gut wie vorbei! Heute hab ich meine letzte Prüfung geschrieben. Jetzt heißt es noch die Abschlusssitzungen der Seminare mit mehr oder weniger interessanten Feedbackrunden zu überstehen, meine Sachen zu packen und wieder zurück in die Heimat zu fahren. Mein persönliches Feedback wird demnächst hier erscheinen. Beim Thema Feedback fällt mir noch ein, dass natürlich auch hier die Lehrveranstaltungen evaluiert werden. Zum Glück auch in der Mitte des Semesters, so dass ich mit bestem Willen die Frage: "Wurden die Ziele erreicht?" auch hier nicht ehrlich und abschließend beantworten konnte. Da ich ja noch hier bin und viele Sachen passieren könnten, die alles ändern, lasse ich das mit dem Feedback einfach heute noch.
Aber ich freue mich auf das, was die Wellen an neuer Zeit bringen. Mehr Zeit mit Anna! Und neue Abenteuer in der Heimat. Dieses hier ist bald vorüber.
Übrigens sind auch die schneelosen Zeiten am Ort meines Aufenthaltes vorbei! Hier das Beweisfoto von heute Vormittag. Der Blick vom WG-Balkon: 

Freitag, 16. Dezember 2011

Vielleicht erreicht er mich ja doch noch,

der Schnee. So langsam aber sicher erobert er auch immer tiefer liegende Bergregionen um Luzern. Und nächste Woche soll er auch bis in die Stadt kommen. Da bin ich ja mal gespannt. Heute hatten wir aber wieder nur Regen hier unten. Was weiter oben abging, konnte ich Dank Webcams herausfinden. (Zum Zeitpunk des Verfassens sah das ganze nicht unbedingt viel versprechend aus.)
Er ist DA!!! Seit heute morgen liegt immerhin ein zarter Hauch von Weiß auf Dächern, Autos und Wiesen. Und es schneit sogar immer noch! Auch wenn das Ganze ab und an in Schneeregen umzukippen droht! :)  
Edit: Samstag, 17.12.2011 9.29 Uhr

Naja, mein Bild vom Mittwoch lässt mich trotzdem hoffen!


Das Bild ist jetzt nicht das tollste, aber die Entstehungsgeschichte ist durchaus erzählenswert. Am Mittwoch dachte ich mir, da so schönes Wetter war (zumindest am Nachmittag zwischen zwei Regenschauern), dass ich doch schon eher Richtung Uni fahren könnte um das Schneepanorama zu fotografieren. Ich versuchte daher den Bus um 16.32 Uhr zu bekommen. Unterwegs zur Bushaltestelle sah ich einen Bus vorbeifahren, das war um 16.28 Uhr, wegen der durchaus öfters vorkommenden ein bis zwei Minutenverspätung, dachte ich, das dies der Bus von 16.24 Uhr gewesen sei. Fast an der Bushaltestelle angekommen, musste ich nur noch eine Straße überqueren. Da ich aber Rot hatte fuhr wieder ein Bus vorbei. Da es erst 16.30 Uhr war, dachte ich er ist zu früh gefahren und ärgerte mich dementsprechenden. Also begann ich von der Bushaltestelle aus den Pilatus zu fotografieren, da ich mich auch 20 min warten eingestellt hatte. Das Bild hier ist ca. 15 m von der Bushaltestelle entfernt entstanden. Als ich nach dem fotografieren mich umdrehte, raste ein weiterer Bus an der Haltestelle vorbei. Jetzt ärgerte ich mich wirklich! Jetzt musste ich doch 20 min warten, obwohl ich das eigentlich gar nicht gemusst hätte. Naja, zusammenfassend kam also der 16.17 Uhr Bus um 16.28 Uhr,  der von 16.24 Uhr um 16.30 Uhr und der von 16.32 Uhr um 16.33 Uhr. Der um 16.52 Uhr kam dann sogar pünktlich, aber brauchte wegen des hohen Verkehrsaufkommen fast 25 min statt 10 min zur Uni, so dass ich doch noch zu spät kam. Irgendwie war ich dann doch von den sonst so genauen Schweizern ziemlich verwirrt. 

Wenn ich schon bei Schweizern Stereotypen bin: Schweizer sind reich. Auch die Studenten. Die MacBook-Dichte ist sogar hier bei den Geisteswissenschaftlern so hoch wie in Deutschland vielleicht bei Designstudenten. Vielleicht stehen die auch hier einfach auf Statussymbole. So laufen ziemlich viele Leute hier mit den Kopfhörern "Beats by Dre" herum. Und ich frage mich jedes Mal, wer sich schon einen nagelneuen weißen Jeep Grand Cherokee kauft. Einen WEIßEN Jeep!! Und von denen stehen mindestens 10 vor dem Autohaus, an dem ich jeden Morgen vorbeilaufe. Nun ja, sinnlose Stadt-SUV gibt es auch in Deutschland, aber da darf man auch schneller aus 120km/h auf der Autobahn fahren.   

Wenn das hier mit dem Winter nichts mehr wird, hab ich noch Hoffnung auf den Schwarzwald. Der Webcam zufolge sieht es dort schon mal gut aus! Und dieses Jahr werde ich Weihnachten dort verbringen. Da freue ich mich drauf! Bis es soweit ist, hab ich es mir einfach hier in meinem Zimmer weihnachtlich gemacht!

Freitag, 2. Dezember 2011

Wo ich bin, da fällt kein Schnee mehr

Dass Wiesenbronn, Stuttgart und Heidelberg traditionell nicht die schneereichsten Orte in der Bundesrepublik sind, ist mir klar. Aber auch hier in Luzern sieht es, bis jetzt wenigstens, auch nicht nach Schnee aus. Nachdem ich es sogar geschafft habe, in der Rhön den schneeärmsten Winter der dortigen Menschheitsgeschichte zu erwischen, droht mir hier das gleiche Schicksal.  Doch ich will nicht meckern und ziehe darum jetzt nur eine Zwischenbilanz. Was noch nicht ist kann ja noch werden. Aber wer kann bei so einem tollen Herbstausblick aus seinem Zimmer schon an Weihnachten denken? Höchstens wenn Abends alle Häuser schon schön weihnachtlich beleuchtet sind. 


Für Weihnachtsstimmung sorgt daher entweder das hier: kostenlose Weihnachtsmusik oder das unvergessene & grandiose Let It Snow Baby... Let It Reindeer von den grandiosen Jungs Relient K!

Donnerstag, 17. November 2011

Und dann war es plötzlich soweit...

 ...die Herbstjacke blieb im Schrank. Seit Beginn der Woche hab ich nur noch meine dicke Winterjacke an. Weil mittlerweile ist es echt schon kalt hier. Bis vor kurzem reichte noch mein Herbstjäckchen gepaart mit der körpereigenen Wärmeenergie, die ich beim Velofahren produzierte, aus, um mich warm zu halten.
Ansonsten tauchen hier immer wieder Weihnachtsvorboten auf. Die bereits aufgehängte, aber noch nicht in Betrieb genommene Weihnachtsbeleuchtung und mein erste Glühwein für diesen Winter. Den hab ich spontan mit einem Kommilitonen nach der Uni getrunken. Doch war das leider ein schweizer Glühwein. Das heißt, so wie hier auch sonst so viele Getränke hergestellt werden wurde auch der Glühwein fabriziert: Sirup/Konzentrat mit heißem Wasser.
Naja, sah aus wie Glühwein, war so heiß wie Glühwein und schmeckte auch irgendwie danach. Wird aber nichtsdestotrotz der letzte seiner Art gewesen sein, den ich getrunken habe!
An der Uni gibt es noch zwei Dinge, die für mich als deutschen Studenten doch sehr faszinierend sind. Zum einen ist da die Universitätsbibliothek. Die besitzt keine Schließfächer. Aber wo kann ich denn dann meine Jacke und meinen Rucksack abschließen, dachte ich schon nahezu verzweifelt. Die Antwort war einfach: Nirgendwo! Man kann mit allem, was man so zur Uni schleppt einfach in den Lesesaal gehen und sich dort breit machen. Der Bücherklau wird elektronisch gestoppt, wie im Einkaufsladen. Tja, schon praktisch so!
Das andere Ding ist die Pause in der Vorlesung. Nach 45 min ist eine Pause von 15 min eingeplant. Dann geht die Vorlesung noch einmal 45 min. Also eine ganz normale Länge mit einer ganz normalen Pause. Der Vorteil davon ist, dass der Professor, der sowieso schon notorisch hinter seinem Semesterplan hinterherhinkt nicht noch 5 min ungeplante Pause in die Mitte der Vorlesung quetschen muss. Diese 5 min werden dann doch am Ende wieder als mittlerweile 10 min angehängt, obwohl man schon eigentlich woanders sein müsste. Oder zumindest sich auf den Weg machen sollte. Dieses, vom Fußball abgeschaute Konzept (2x45 min +15 min Pause + angemessene und den Unterbrechungen geschuldete Nachspielzeit), hat sich in meiner bisherigen Erfahrung sehr bewährt. 
Vielleicht sollte man dazu einen runden Tisch im Deutschen Uni Bund einberufen und dabei die Fans Studenten nicht außen vor lassen. Denn nur so kann die wahre Stimmung und das Feeling in den Stadien Hörsälen erhalten bleiben.

Montag, 17. Oktober 2011

Zürich, Bürgenstock und so

Um einfach mal weiter zu erzählen und einen nahezu nahtlosen Übergang zu meinem letzten Eintrag zu erreichen, lasse ich einfach mal komische Songtitel, die meine Stimmung beschreiben, weg und steige voll ins Thema ein: Annas Besuch und unsere Touri-Touren. Nachdem wir den Pilatus bezwungen hatten, beschlossen wir am nächsten Tag nach Zürich zu fahren und zunächst am Morgen in den Gottesdienst der ICF zu gehen. Immerhin gibt es da tollen Worship und viele Leute, wie ich gehört hatte. Darum wollte ich mal hin, Anna war schon mal dort gewesen. Wir beschlossen, um etwas zu verstehen, den Gottesdienst der unter Hochdeutsch angekündigt war, zu besuchen. Das war leider der früheste und darum war die Halle nur halb gefüllt. Auch die Band spielte "nur" unplugged, was uns aber nichts ausmachte. Denn die waren echt sehr gut. Ein wenig irritierend war die Tatsache, dass nur Lieder mit schweizerdeutschen Texten gespielt wurden. Da dachten wir schon im falschen Gottesdienst gelandet zu sein, aber die Predigt konnte dann von uns einwandfrei verstanden werden, sowohl wörtlich als auch in ihrem Sinn. Danach spazierten wir in die Stadt. Weil wir unser Auto einfach in der Nähe der ICF stehen ließen, dauerte es ein wenig länger, bis wir das Zentrum erreichten. Aber das war die beste Muskelkaterprophylaxe nach unsere Wandertour am Tag zuvor. Außerdem kam in der Zeit dann die Sonne raus und wir schauten uns bei herrlichstem Wetter die Stadt an.

Dann startete wieder die Woche, und damit auch die Uni, die ich brav ab und an besucht habe. Aber dennoch hatten wir uns noch zwei Touri-Ziele überlegt. Da kam es passend, dass just an diesem Mittwoch ein Seminar von mir leider ausfallen musste. Wir nutzten die Zeit und besuchten an diesem Nachmittag/Abend den Bürgenstock. Ich dachte zuerst der Berg (1128m, also eher ein Hügel für Schweizer Verhältnisse) heißt Birkenstock, wie die allseits beliebten Sandalen-Marke in Deutschland. Ich ließ mich dann eines Besseren belehren und erfuhr, dass vor allem ein Sonnenuntergang dort sehr romantisch und reizvoll sein soll. Praktischerweise gibt es bei 870 m einen Hotelkomplex mit Parkplatz, darum mussten wir diesmal nicht allzu viele Höhenmeter bezwingen. Die ehemaligen Grand-Hotels dort oben stehen leer, doch vor kurzem wurde das ganze Gelände gekauft und es wird dort eine riesige Ressort-Hotelanlage mit allem Schnick-Schnack entstehen. Darum wurde dort auch fleißig gebaut. Im Wald gelangten wir dann über Stock und Stein-Wanderwege nach oben. Wer nicht mehr ganz so gut zu Fuß ist, kann auch mit einem Aufzug an der Steilwand des Berges nach oben fahren. Die Steilwand ragt direkt aus dem Vierwaldstätter See gegenüber von Luzern auf. Auf den Aufzug sind sie dort auch ziemlich stolz, da es den jetzt auch schon über 100 Jahre gibt und er der höchste Außenlift Europas ist. Und ganz viele tolle berühmte Leute sind da schon mitgefahren. Zum Beispiel Sean Connery, der in der Nähe 007-Goldfinger gedreht hat. Oder auch Audrey Hepburn war dort, wie auch Jimmy Carter und Henry Kissinger. Und jetzt auch wir! :) Wir genossen die Aussicht über den See und die Zentralschweiz. Auch wenn Wolken da waren, haben wir noch ein bisschen was vom Sonnenuntergang mitbekommen. Der Rückweg führte über den Felsenweg parallel zur Felswand entlang. Ziemlich nah am Abgrund, aber mit toller Aussicht!

 
Am Donnerstagabend unternahmen wir noch ein kleine Radtour zum Schlösschen am Meggenhorn. Meggen ist ein kleiner Ort neben Luzern, und dort hat sich im 19. Jahrhundert ein Baron sein Traumschlösschen gebaut. Klein, aber stark verziert. Dazu steht dort noch eine ca. 3 m hohe Christusstatue, die ihre Hände über den See breitet. Unter ihr haben wir dann noch ein gemütliches Bierchen genossen. Leider haben mir die asiatischen Touristen, die uns von ihrem Ausflugsschiff aus fotografierten, nicht ihre Bilder geschickt. Und da wir keine Kamera dabei hatten, gibt es davon auch keine hier. Wohin dann unsere Reise am Freitag ging, löse ich im nächsten Beitrag auf. Also mal wieder vorbeischauen hier! :)

Denn sie ist weg, und ich bin wieder allein, allein

Schön waren die beiden Wochen, die meine liebe Anna hier in Luzern bei mir verbrachte. Wunderschön, wie Urlaub, den ich nur ab und an durch Universitätsbesuche unterbrechen musste. Aber für Anna war es Urlaub. Und das war toll. Und in den beiden Wochen haben wir beide auch einiges unternommen. Wenn wir schon mal mitten, ok fast mitten, in den Bergen und fast, ok näher als von Heidelberg aus, am Meer sind. Passend dazu hatten wir noch einen wirklich goldenen Herbst, so konnten wir auch häufig draußen sein. Nach der Stadtbesichtigung am ersten Tag, bei der auch ich noch neue Ecken von Luzern entdeckte, planten wir für den folgenden Tag eine Wanderung.

Da sich die Berge hierfür anboten, beschlossen wir den Pilatus zu erklimmen. Der Pilatus ist sozusagen der Hausberg von Luzern und mit 2119 m ein guter Anfang für uns ungeübte Bergwanderer. Wir entschieden uns über eine 5-stündige Route die ca. 1800 Höhenmeter zu bewältigen. Unserer ungenügende Wanderausrüstung (Jeans und Turnschuhe) machten wir mit leckerem Proviant (Vesperbrote, Äpfel, Müsliriegel und Wasser) und jeder Menge Motivation wett. Wir brachen dann gemütlich im Laufe des Vormittags bei Nebel auf, ohne unser Ziel sehen zu können.

Nachdem wir schon ein paar Meter durch saftige Kuhweiden mit stinkenden Kuhfladen gewandert waren, erreichten wir das Ende des Nebels und genossen erst mal die Sonne und den Ausblick. Nach einer Stärkung für Körper und Geist ging es dann immer weiter nach oben. Die Höhenmeter machten sich doch recht schnell im meiner Schweißproduktion bemerkbar und die ließ auch nicht nach, als die Abhänge steiler wurden. So Wohl war mir doch nicht immer dabei. Bin halt nur Weinberge gewohnt :) Nach einigen weiteren Pausen erreichten wir dann am Nachmittag, kurz nach der angegeben Zeit, tatsächlich unser Ziel.


Nach einem leckeren, kühlen Radler machten wir uns an den Abstieg die Abfahrt. Für ein paar wenige Franken konnten wir ziemlich schnell mit der steilsten Zahnradbahn der Welt wieder zum Seeniveau fahren. Mit Laufen wäre wir auch nicht mehr so allzu weit gekommen. :) Die S-Bahn brachte uns zu unserem Auto und das uns zu meinem kleinen WG-Zimmer. Die Tour hat uns doch ziemlich erschöpft aber auch ziemlich viele Glückshormone freigesetzt. Und es hat Spaß gemacht, also steht einer ähnlichen Unternehmung nichts mehr im Weg, außer vielleicht das Wetter oder der Einkauf der passenden Ausrüstung. An machen Stellen wurde mir der Sinn des Wanderschuhs doch klar!
Aufgrund der vorgerückten Stunde erzähle ich den Rest des Besuchs inklusive der dazugehörigen Bebilderung morgen. Hier noch ein paar Pilatus-Impressionen:


Samstag, 24. September 2011

Die ersten Tage

sind schon wieder vorbei und ich will euch doch einige Einblicke ins Leben von Luzern nicht vorenthalten. Hier läuft schon manches anders, als in Deutschland oder auch einfach anders als ich es vielleicht erwartet oder mir vorgestellt habe. Da Listen ja allgemein verständlich sind, werde ich einfach mal ein paar Punkte hier auflisten, die mir hier in Luzern gefallen. Einige werde ich auch mit Bildchen unterlegen:

+ Mir gefällt das Unigebäude. Nagelneu, wurde Anfang September eröffnet und ist ultramodern. In jedem, noch so kleinen Seminarraum gibts nen Raumserver, mit dem man einfach alles steuern kann. Und auch sonst ist die Uni klein und persönlich. Das ist meistens gut. :)
+ Fahrrad heißt hier Velo. Und das Velofahren in der Stadt ist jedes Mal aufs neue spannend. Hier gibt es viele Fahrradwege. Eigentlich hat jede Straße noch nen extra Streifen für Velos. Manche haben sogar zwei. Also auch in der Mitte zwischen zwei Fahrstreifen der Autos. Da war ich das erstmal schon ein wenig verwirrt, als ich da mitten in der Straße fuhr oder auch links abbiegen musst. Aber die Autofahrer sind hier das gewohnt und auch echt rücksichtsvoll. Interessanterweise sind an manchen Kreuzungen, an denen eine ordentliche Verkehrsführung sinnvoll wäre, mal einfach keine Velospuren mehr. Dann fährt halt einfach jeder wie er will. Irgendwie untypisch für die Schweiz, dass wenns keine einfache Lösung gibt, einfach nix gemacht wird. Nun ja, mittlerweile hab ich mich dran gewöhnt auch mal zwischen LKW und Bus zu fahren.
-Hier gibt es viele lustige Schilder! Wie Werbung für Alu-Recycling. Leider nur ein spontanes Handybild. Wenn ich mal mit meiner Kamera unterwegs bin, kann ich noch andere Varianten fotografieren:
Sorry, für die schlechte Qualität!


+ Dann gibt es hier auch noch viele Japaner. Und andere Touristen. So wie zu Hause in Heidelberg eigentlich. Luzern hat sich auch schon seit einiger Zeit als Sommer-Tourismusort der Schweiz etabliert. Kann man auch verstehen, dass solche Gebäude für fernöstliche Urlauber sehenswert sind:
älteste überdachte Holzbrücke der Welt

Wasserturm
Eine lustige Begebenheit gibt es noch in diesem Zusammenhang. Die Fußgänger-Ampeln sind wirklich mit ziemlich knappen Grünphasen ausgestattet. So passiert es öfters, wenn eine Touristengruppe die Straße überquert, dass einige, meist ältere Besucher verwirrt über die hupenden Autos über die Straße rennen um den Anschluss nicht zu verlieren. Manche merken aber auch die rote Ampel nicht und gehen seelenruhig ihrer Gruppe hinterher.

+ Weiterhin gefallen mir die idyllischen Uferplätze an den Seen hier. Sowohl am großen Vierwaldstätter See, als auch am kleinen, ungefähr 100m Luftline von meinem Zimmer entfernten, Rotsee. Auch hier ein paar Bilder:
Rotsee

Vierwaldstätter See

+ Schweizer Radio. Vor allem mit der Werbung kann man die Sprache hier lernen. Sehr amüsant :)
+ Schweizer Käse & Schweizer Schoki. Hmm, lecker!


- Meine Anna fehlt mir :(
- Als großes Minus müssen hier noch die Preise genannt werden. Döner für 9 Franken sind für mich nicht erschwinglich. Auch mal Abends ein Bierchen trinken gehen kann teuer werden. Habe am Donnerstag für ein kleines Bier 6 Franken gezahlt. Dann doch lieber mit Dosenbier an den See setzten :)

Mittwoch, 14. September 2011

Das Sommerloch

Ja, auch auf meinem Blog gab es ein Sommerloch, aber nicht weil Nichts los war. Eher weil einiges los war. Und weil meine "Das kann ich auch morgen noch machen-Mentalität" voll durchgeschlagen hat. Nun ja zunächst schrieb ich innerhalb weniger Wochen, genauer gesagt in 2, eine Hausarbeit. Dann hatte ich einen freien August vor mir, den ich für die Zimmersuche in Luzern nutzen wollte. Dazu kam noch das ein oder andere schöne Familienfest und Besuche diverser lieber Leute bei mir. Darum hab ich mein Zimmer in Luzern schließlich doch erst am 30.08. klar gemacht. Dann ging es schon ab dem 2.09. für eine Woche nach Moskau auf eine Exkursion. Das war toll, Moskau ist einfach riesig. Und so anders, wobei einige Moskowiter alles dafür tun um den Westen ähnlicher zu werden. Bilder dieser interessanten Woche werden auch bald in einer kleinen, aber feinen Auswahl hier im Blog veröffentlicht, wer mehr sehen will muss mich halt mal besuchen kommen.
Aber dafür muss man zur Zeit in die Schweiz fahren. Wie oben schon durchgeklungen, bin ich seit Montag im schönen Städtchen Luzern am Vierwaldstätter See. Dort werde ich ein Semester studieren. Nur leider bin ich ohne meine Anna hier. Die wird mich aber zum Glück des öfteren besuchen kommen. :) Das war auch ein Grund, wieso ich nicht so weit weg wollte vom schönen Heidelberg und Luzern ist mit ca. 4h Fahrt noch gut erreichbar. Wie das Leben in Luzern und in der Schweiz für mich so ist, werde ich hier ab und an mal beschreiben. Das es teuer ist, brauch ich wohl keinem erzählen, darum ist mein WG-Zimmer etwas außerhalb, dafür mit diesem Ausblick:

Ab und an sollen auf der Wiese wohl auch Kühe weiden, meinte mein Mitbewohner. Bloß bin ich dafür wahrscheinlich zur falschen Jahreszeit da. Dafür bin ich in der richtigen Jahreszeit da, um mir endlich mal Snowboard-Kenntnisse anzueignen. Die Zeit sollte neben dem Studium eigentlich gegeben sein. Am Montag geht es damit dann richtig los. Bis dahin werde ich mir noch die Stadt und die Umgebung anschauen.